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Ich habe, wie auch viele meiner Genossen, das Buch in der Schule lesen müssen.
Da der Inhalt mittlerweile oft genug erläutert wurde, komme ich direkt zu meinen Eindrücken.
Es verlangt sehr viel Konzentration von einem ab, die Gedankengänge des Törleß nachzuvollziehen, da dessen Verwirrung und verzweifelte Suche nach einem Platz in der Welt sehr ausführlich und durchgehend reflektiert und analysiert beschrieben ist. Tatsächlich wird das Spektrum der jungen Psyche aufgebröselt und der Erzähler berichtet auf einer distanzierten Ebene von Törleß Entwicklung und Veränderung.
Was mich an dem Buch fasziniert hat, ist jedoch was anderes. Es ist zum einen die gelungene Personenkonstellation von Beineberg, Reiting, Törleß und Basini, die meiner Meinung nach das Buch durch diese Gruppendynamik gewissermaßen belebt. Der Zwiespalt zwischen den einerseits selbstbewussten und ihre eigene Rolle erkennenden Beineberg und Reiting und auf der anderen Seite des zweifelnden und sich selbst anfangs keinen Charakter zuschreibenden Törleß. Er ist unbearbeitet von festen Moralansprüchen und ergründet seine eigenen Werte im Verlauf des Romans selbst. Auf der Suche nach sich selbst kommt er auch nicht daran vorbei begreifen zu wollen was die Welt und einen menschlichen Charakter an sich ausmacht. Und das ist nun die zweite Sache, die mich an dem Buch fasziniert.
Die unkonventionelle Sichtweise von Törleß, zu der er gelangt, nachdem er Basinis Missbrauch und andere Erfahrungen gemacht hat, und die schließlich dazu führt dass auch Törleß an Selbstbewusstsein gewinnt und eine ganz eigene Weltsicht entwickelt.
Zwar ist der Roman stellenweise ein bisschen schleppend, so gibt es auch bewegende, spannende und nachdenklich stimmende Szenen.
Es ist ein Roman, dem ich trotz der Makel eine Menge abgewinnen konnte. Allerdings ist dies wohl nur möglich, wenn man auch selbst unkonventionell an diesen herangeht ohne sich von den darin vertretenen Themen wie Gewalt, Sadismus, Sexualität abschrecken zu lassen.
Also ich kann die ganzen negativen Rezensionen wirklich nicht verstehen. Wenn man dieses Buch als menschenverachtend sieht, dann hat man ja überhaupt keinen Sinn mehr für Humor! Ich selbst komme aus einem Osteuropäischen Land und wer da schon mal war, weiß, dass die Beschreibungen in diesem Buch natürlich maßlos übertrieben sind! Allerdings streifen sie doch viele Eigenheiten der Osteuropäer, was diesen fiktiven Reiseführer von vorne bis hinten zu einem einzigen Lacher macht. Für Menschen MIT HUMOR als auf jeden Fall weiter zu empfehlen!
Genau so spannend und toll geschrieben wie Die Säulen der Erde. Auch im englischen Original sehr gut zu verstehen und für mich Lesegenuss pur!
Man lernt die Sichtweise von einer dreizehn jährigen kennen und bekommt diese mit viel Humor dargestellt. Ein Muß für alle Heranwachsenen, für alle Mütter und für die die einfach mal lachen wollen. Ich habe dieses Buch im Urlaub gelesen und hatte gerade die Szene mit dem Gänsefett als ich am Pool lag, ich habe einen Lachanfall und feuchte Augen bekommen und alle haben mich ganz komisch angesehen!!! Fazit: einfach ein geiles Buch!!!!!
Über dieses Buch gibt es eigentlich nichts Negatives zu sagen - vor allem, wenn man ein Kind ist oder sich zumindest daran erinnert, wie es war, "Die unendliche Geschichte" in jungen Jahren zu lesen. Besonders der erste Teil, den viele auch durch den gleichnamigen Film kennen dürften, kann auf ganzer Linie überzeugen. Hier hat Michael Ende perfekte Arbeit geleistet und eine Welt geschaffen, in der man sich alles so plastisch vorstellen kann, wie es selbst in den besten Fantasy-Werken nicht allzu oft vorkommt. Für Kinder handelt es sich hier um ein schönes Märchen, das in einen nachvollziehbaren Rahmen verpackt wurde. Die Charaktere und ihre Handlungen sind zumindest im ersten Abschnitt leicht verständlich, die grenzenlose Welt Phantásiens wirkt sehr einladend. Einziger kleiner Nachteil ist - paradoxerweise - die Länge. Die 475 Seiten wirken etwas einschüchternd und tatsächlich ist es so, dass dem Autor vor allem im zweiten Teil stellenweise etwas die Luft ausgeht, was eine gewisse Anstrengung beim Fertiglesen zur Folge hat. Dennoch ist das Buch allen jungen Lesern bzw. Eltern, die eine schöne Geschichte für ihren Nachwuchs suchen uneingeschränkt zu empfehlen, nicht zuletzt da es zum Lesen anderer Bücher animiert und die Fantasie auf angenehme Art und Weise stark anregt.
An dieser Stelle ist auch eine kurze Kritik für erwachsene Leser angebracht. Nachdem ich dieses Werk jetzt nach langer Zeit (dürfte 10 bis 15 Jahre her sein) wieder einmal zur Hand genommen habe, finde ich nach wie vor kaum etwas daran auszusetzen. So ist dieses Buch die wohl beste "Meta-Geschichte", die ich kenne. Die beiden Ebenen der Handlung ("wirkliche" Welt und Phantasien) nähern sich darin immer weiter an bis schließlich ein Wechsel von der einen in die andere möglich wird. Diesen Ansatz der zwei Welten und dem daraus resultierenden Verlust der Fähigkeit, in die "Wirklichkeit" zurückzukehren (Stichwort: Eskapismus) finde ich sehr gelungen. Auch dass es vielleicht irgendwo ein verstecktes Reich gibt, das nur durch unsere Fantasie bestehen kann, und das zerstört wird, wenn die Menschen keine Vorstellungskraft mehr besitzen, halte ich für einen faszinierenden Gedanken.
Wo viel Licht ist, ist aber auch Schatten. So bleiben meiner Meinung nach nahezu alle Charaktere der Geschichte (bis auf den Hauptprotagonisten) sehr flach, was ziemlich merkwürdig anmutet, aber wahrscheinlich an ihrer unglaublichen Vielzahl liegt. Dennoch hätte ich mir etwas tiefere Figuren gewünscht. Zum zweiten ist die Geschichte selbst doch oberflächlicher, als man es vom Lesen in der Kindheit her in Erinnerung hat. Der Umfang des Buches ergibt sich hauptsächlich aus der Vielzahl der darin vorkommenden Lebewesen und Schauplätze - deren äußere Beschreibungen allerdings sehr gut gelungen sind. Interessanter zu lesen ist eigentlich die zweite Hälfte des Buches, die auch ein wenig philosophischer und dunkler daher kommt. Hier findet man interessante Ansätze zur Problematik der Allmacht. Einige Episoden darin kann man mit Recht als Füller bezeichnen, ich persönlich fühle mich dadurch aber weniger gestört. Lediglich die Entwicklung der Hauptfigur in eine gänzlich unsympathische Richtung scheint mir viel zu dick aufgetragen.
Nachdem das Buch aber eindeutig für jüngere Leser geschrieben ist, sehe ich in diesen Schwierigkeiten, die ich als Erwachsener mit Teilen davon habe, keinen Grund zu einer schlechteren Bewertung. 5 Sterne für ein Buch, dass man eigentlich gelesen haben muss, und das man auch immer wieder lesen kann.
Bei diesem Buch geht es von Anfang an in die Handlung ohne langes Vorspiel. Es ist so spannend und fesselnd, dass ich es garnicht mehr weglegen wollte. Selbst nach dem zweiten Mal lesen ist es noch hochspannend. Einfach Top!!
Im Mittelpunkt dieses überaus packend gestalteten Romans steht das Pyrenäendorf Torena mit seinen Bewohnern und deren Geschichte.
Diese Geschichte wird erzählt ab dem Beginn des spanischen Bürgerkrieges (1936) bis 2002, der Schwerpunkt liegt jedoch bei den Geschehnissen der Jahre 1943/44, die im gewaltsamen Tod des erst kürzlich zugezogenen Dorfschullehrers Oriol Fontelles gipfeln.
Eine wichtige Protagonistin ist die (einfluss)reiche Unternehmerin Elisenda Vilabrú, die die Männer um den Verstand bringt und mit Geschick, Geld und Sex die Strippen zieht und die eigentliche Machthaberin des Ortes ist. Nachdem sie als Jugendliche miterleben musste, wie Dorfbewohner, angestiftet durch spanische Anarchisten, ihren Bruder und ihren Vater grausam ermordeten, setzt sie alles daran, diese Morde zu rächen und verschafft dazu dem skrupellosen Faschisten Valentí Targa den Bürgermeisterposten.
Als Oriol Fontelles den vakanten Posten des Schullehrers übernimmt, wird er schnell vom Bürgermeister für dessen Ziele vereinnahmt. Auch wenn Fontelles kein Faschist ist, sieht es für die überwiegend regimekritischen Dorfbewohner jedoch so aus, als ob er dem unbeliebten Bürgermeister zuarbeiten würde. Als ein Junge von den Faschisten umgebracht wird, wird der Lehrer gemieden, seine hochschwangere Ehefrau verlässt ihn und er selber macht sich schwere Vorwürfe. Darauf hin schließt er sich dem Widerstand an, nach außen hin arbeitet er jedoch noch enger mit dem Bürgermeister zusammen, tritt der Falange (der faschistischen Partei) bei und kann so die Widerständler mit Insider-Informationen versorgen.
Fontelles verzweifelt an seinem Doppelleben, daran, dass ihn seine Frau, von der er nicht weiß, wo sie sich aufhält, für einen Feigling und Faschisten hält und er keine Möglichkeit hat, diesen Irrtum richtig zu stellen. Da ihm seine Frau mitgeteilt hat, dass sie eine Tochter zur Welt gebracht hat, beginnt Fontelles einen Brief in Form eines Tagebuches an seine Tochter zu schreiben, in der er ihr mitteilt, wer er wirklich ist. Zudem beginnt er eine verhängnisvolle Affäre mit der intriganten Elisenda...
Das Tagebuch wird zufällig beim Abriss der Schule im Jahr 2001 gefunden und gelangt in die Hände der Lehrerin Tina Bros, die selber wiederum mit einigen privaten Problemen (Mann geht fremd, Sohn geht ins Kloster...) zu kämpfen hat. Tina Bros beginnt darauf hin, Nachforschungen anzustellen, um zum einen die Tochter von Fontelles, für die das Tagebuch schließlich bestimmt ist, zu finden und um herauszufinden, wie Fontelles letztlich zu Tode gekommen ist.
Die Geschichte, die in dieser Zusammenfassung ein wenig klischeehaft und dick aufgetragen erscheinen mag, entpuppt sich im Laufe der Handlung als ungemein komplex, vielschichtig, mitreißend und äußerst spannend.
Zugegeben, ich habe einige Zeit gebraucht, um in den Roman hineinzufinden, was sicherlich an der verschachtelten Erzählweise liegt. Übergangslos springt der Autor in die nicht chronologisch zusammenhängenden Szenen, bei denen für den Leser zunächst nicht klar ist, wann und in welchem Zusammenhang diese spielen. Das ist zunächst etwas verwirrend, zudem es auch einige Zeit braucht, um die diversen Charaktere "kennen zu lernen". Hilfreich ist dabei, dass der gebundenen Ausgabe ein Lesezeichen beigefügt ist, auf dem die Personen und deren Stellung aufgelistet sind.
Nach und nach fügen sich die zunächst zusammenhangslos erscheinenden Szenen jedoch zu einem Gesamtbild zusammen, die Handlung nimmt an Fahrt auf, Verbindungen zwischen den Charakteren und deren Handlungen werden aufgedeckt.
Nachdem ich ungefähr das erste Viertel des Romans geschafft hatte, konnte ich ihn nur noch schwer aus der Hand legen. Er hat mich gefesselt, mitgerissen, berührt und an einigen Stellen fast zum Weinen gebracht. Ein Buch, das ich, nachdem ich es zu Ende gelesen habe, am liebsten wieder von vorne beginnen möchte.
Tipp: Für wen die spanische Geschichte des 20. Jahrhunderts ein völlig unbeschriebenes Blatt ist, der sollte sich vielleicht vor der Lektüre ein wenig schlau machen. Profunde Bürgerkriegs-/Franko-/Faschismus-/Widerstandskenntnisse sind sicherlich nicht erforderlich, grobe Grundkenntnisse erleichtern jedoch auf jeden Fall das Verständnis der Handlung.
Die Stimmen des Flusses
also wir lesen gerade Dantons Tod im unterricht. ich bin grundkurs und trotzdem ist diese hilfe unzureichend!! dazu ist sie noch teuer entgegensatz zur besseren reclam ausgabe. andere haben sich andere hilfe gekauft, welche besser sind daher kann ich das, denke ich, gut beurteilen.
das buch vermittelt immerhin ein eindruck über das buch, sodass es noch 2 sterne sind.
was ich nicht wusste, der lehrer hat uns noch blätter ausgeteilt, die informativer waren....also für mich ein totaler fehleinkauf... :(
Noa, ein junges Mädchen aus Berlin, ist die Tochter einer bekannten Schauspielerin. Sie muss mit ihrer Mutter und dessen schwulem Freund in einem kleinen Dorf ihre Ferien verbringen. Dort lernt sie David kennen und verliebt sich. Mir haben die Beschreibungen der Protagonisten sehr gut gefallen, da man sich die Personen sehr gut vorstellen kann und es auch noch genug Raum für die eigene Phantasie bleibt.
Eines Abends sitzen die Vier zusammen und wollen die Geister beschwören und haben tatsächlich Erfolg. Zum Schluss sind es nur noch David und Noa und die beiden machen eine schlimme Entdeckung. Sie verfolgen es weiter, bringen das Dorf in Aufruhr bis es zum finalen Ende kommt.
Die Geschichte ist spannend in einem wunderbar zu lesendem Schreibstil geschrieben. Auch Emotionen werden nicht ausgespart. Dies ist ein guter Krimi für Jugendliche, ohne das Blut fließt.
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