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Eine allerliebste Geschichte, die ich stellenweise auswendig kann - so oft haben wir sie gehört bzw. vorgelesen. Eine der ersten Hörspielkassetten, die wir hatten und die absolute Lieblingsgeschichte meiner Kinder, als sie noch recht klein waren.
Die Wassermann-Eltern bekommen Nachwuchs - einen richtigen, kleinen Jungen (mit grünen Haaren und Schwimmhäuten). Anlässlich seiner Geburt wird zuerst einmal ein großes (Unterwasser)-Fest gefeiert und die ganze Verwandtschaft eingeladen. Der Hemdenmatz entwickelt sich schnell, lernt sehr schnell schwimmen und bald will er schon mit dem Vater hinausschwimmen in den Mühlenteich.
Dort lernt er den Karpfen Cyprinius und das Tier mit den vielen Augen (Neunauge) kennen. Das ist ihm schon ein wenig unheimlich. Doch auch das Leben an der Oberfläche des Wassers interessiert ihn - denn da gibt es ganz andere Tiere: solche, die fliegen und solche, die laufen ... Doch man darf als Wassermann nicht den ganzen Tag an der Luft bleiben, da wird man krank davon und so muss der kleine Wassermann ein paar Tage das Bett hüten.
In diesem Stil ist die ganze Geschichte geschrieben, ein sehr wichtiger und wertvoller Kinderbuchklassiker, schon für die Kleinen geeignet. Dieses erste Kinderbuch von Otfried Preußler liebe ich sehr und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen. Mit netten Zeichnungen.
Erster Eindruck: Geistererscheinungen in Indien
Theobald Jack Pansay, ein Mitarbeiter der englischen Armee, wandert nach Indien aus. Auf der Überfahrt lernt er die verheiratete Agnes Keith-Wessington kennen und beginnt mit ihr eine Affäre - aus Abenteuerlust, nicht aus Liebe. Deswegen trennt er sich kurz darauf von der verzweifelten Frau. Diese kämpft weiter um Jack, wie ihn alle nur nennen, doch vergebens. Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf...
Auch die 31. Folge des Gruselkabinetts bietet mit "Die Gespenster-Rikscha" wieder eine Geschichte der Schauer-Romantik, diesmal aus der Feder von Dschungelbuch-Autor Rudyars Kipling. Langsam baut sich die Geschichte um die verheimlichte Affäre von Jack und Agnes auf, deren Ende in aller Heftigkeit dargestellt wird. Auch die darauf folgenden Annäherungsversuche von Agnes werden deutlich zurückgewiesen, sodass man am Ende nicht mehr weiß, wem seine Symphatien gelten: Der armen, verlassenen Frau, deren Herz so grausam gebrochen wurde, oder dem von Geistern verfolgten Mann. Spannung kommt dabei lediglich in einigen Szenen auf, doch diese braucht die Geschichte auch gar nicht, um den schleichenden Grusel, die Seelenkrise von Jack darzustellen und für den Hörer unterhaltsam zu gestalten. Im Endeffekt liegt wieder eine hervorragend produzierte Folge des Labels aus Leverkusen vor, die sich die zahlreichen Fans der Serie sowieso nicht entgehen lassen, die aber auch Neulinge absolut überzeugen dürfte.
Theobald Jack Pansay wird von Matti Klemm gesprochen, der es meisterhaft versteht, den Hörer zwischen Unsymphatie und Mitleid schwanken zu lassen. Keinesfalls gibt er seinem Charakter ein glattgebügeltes Profil, was die Figur nur umso reizvoller werden lässt. Arianne Borbach ist als Agnes Keith-Wessington zu hören, die besonders die verzweifelten Ausrufe intensiv und glaubwürdig herüberbringt. Als Jacks spätere Freundin Kitty ist Uschi Hugo zu hören, die die junge Frau mit ihrer hellen Stimme zum Inbegriff der Lebensfreude werden lässt. Weitere Rollen werden von Bodo Wolf, Wilfried Herbst und Tommy Morgenstern übernommen.
Keinerlei Kritik gibt es an der musikalischen Umsetzung dieser Folge. Im Gegenteil: Die immer eng an der Story gehaltenen Sounds verleihen Substanz und eine wohlige Atmosphäre. Von Anfang bis zum dramatischen Ende wird so die jeweilige Stimmung perfekt auf den Zuhörer übertragen. Besonders Intro und Outro sind mit den rhythmischen Klängen im indischen Stil richtig gut gelungen.
Das Cover ist dieses mal - ganz untypisch für die Serie - in recht hellen Farbtönen gehalten. Das abgebildete Motiv passt landschaftstechnisch wunderbar ins alte Indien, und auch die Titel gebende Gespenster-Rikscha mit der traurigen Agnes Keith-Wessington ist sehr gelungen. Praktisch wie immer ist die Auflistung der Tracks mit Namen hinter der CD.
Fazit: Wenn auch kein absolutes Highlight der Serie, ist "Die Gespenster-Rikscha" immer noch herausragende Grusel-Unterhaltung auf höchstem produktionstechnischen Niveau.
Erzählt wird über eine Familie, die seit Generationen an Alzheimer leidet.
In Texas wartet Abel, einsam und verlassen, seit 20 Jahren in einem abbruchreifen Haus auf seine verschwundene Tochter Jamie. Immer mehr Land muss er an die Nachbarn verkaufen, die alles in ein einheitliches Wohngebiet umwandeln wollen. Abel lebt in seinen Erinnerungen und wartet.
Der 15-jährige Seth muss miterleben, wie seine Mutter zunehmend den Verstand verliert und schließlich in ein Pflegeheim kommt. Er beschließt Wissenschaftler zu werden und ein Heilmittel gegen die Erkrankung zu finden. Seth knackt im Internet die Datenbank einer Alzheimer-Forschungsgruppe.
Die Mutter von Seth hat eine Frühform der Alzheimer-Erkrankung (EOA 23), die einst zuerst bei Alban Mapplethrope IV. in England des 18. Jahrhunderts auftrat.
Block erzählt auf anschauliche Weise, wie sich dieser Gendefekt ausbreitete und auch den Sprung nach Amerika schaffte.
Wie ein roter Faden, der all diese Menschen verbindet, zieht sich das Wissen um das goldenen Land Isidora durch das Buch. Diese Geschichte um ein Land, in dem es keine Erinnerung, keine Worte gibt und alle glücklich sind, wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Seth macht sich auf die Suche nach der Herkunft seiner Mutter, die sie stets verschwiegen hat. Block gestaltet diese Suche als ergreifende Odyssee: darin begegnet Seth so absurden wie anrührenden Kranken, seinem ignoranten Vater, seiner eigenen jugendlichen Verzweiflung und am Ende der unsterblichen Liebe eines alten Mannes.
Stefan Merrill Block schildert in seinem Buch die Folgen der Alzheimer-Erkrankung auf die Kranken, aber auch auf die Angehörigen. Trotz dieses ernsten Themas ist es ein wunderbarer Roman mit viel Witz, Lebensfreude und Poesie.
Als ich vor einigen Jahren fasziniert war vom Buch Korrekturen des amerikanischen Autors Jonathan Franzen, stellte sich mir die Frage, wer schreibt heute in Deutschland noch so gewaltige, umfangreiche, große (im doppelten Sinn) Romane. Und ich fand zunächst keine Antwort. Umso überraschender das Buch Die Insel. Ja, dieser Roman ist gewaltig, eine wuchtige, über eintausend Buchseiten lange Prosa.
Matthias Wegehaupts fiktive Insel ist ein Mikrokosmos, der als Insel ein Spiegelbild der nicht mehr existenten Deutschen Demokratischen Republik ist. Atemberaubend wie hier der Alltag der DDR geschildert wird: Es wird gesprochen wie in der DDR, gesoffen wie in der DDR, getauscht und gehandelt wie in der DDR, die Obrigkeit ausgetrickst wie in der DDR. Hauptfigur Unsmoler, ein Künstler, ein Maler, den die Wirren des letzten Weltkrieges zusammen mit Großmutter, Mutter und Bruder auf diese Insel verbracht haben, ist ein Unangepasster, der sich an der Staatsmacht reibt und sie sich an ihm. Unangepasst, starrköpfig kompromisslos, zuweilen eigenbrötlerisch daherkommend, und doch sympathisch, ist er einer von vielen Inselbewohnern.
Den Figuren Namen wie Unsmoler (unser Maler), Deifine (die Feine), Delphine oder Bärenhäuter und Herr Akkurat zu geben, ist ein guter Einfall des Autors, der den Text lebendig macht und ihm eine großartige Echtheit verleiht. Mit einem lebensprallen Figurenensemble wird in vielen kleinen und großen Geschichten Alltägliches im Arbeiter- und Bauern-Staat nachgezeichnet, mit all seinen Grautönen, dem Zwischen-den-Zeilen, dem Kummer und Sorgen, Freuden, dem Humor und Witz der Insulaner, Skurilem und einer zarten Liebe.
Matthias Wegehaupts SED-Inselchef, Herr aller Inseluntertanen, möchte den neuen sozialistischen Menschen die Insel als Ferienoase herrichten, doch was als Paradies versprochen war, endet schnell an Zäunen und einer scharf bewachten Seegrenze, für manchen tödlich. Doch auch wenn dem Leser möglicherweise Unsmolers Verschwinden von der Insel und sein weiterer Weg abenteuerlich daherkommen, unglaubwürdig ist es nicht denn auch das konnte DDR sein: Unvorhersehbares, vom Zufall abhängig schier Unglaubliches.
Matthias Wegehaupt ist ein genauer Beobachter und hervorragender Erzähler, der an seinem Roman von 1970 bis 1989, auf der Insel Usedom lebend, geschrieben hat. Heimlich geschrieben hat, muss man dazu setzen. Wie seine Figur Unsmoler war Matthias Wegehaupt einer, der sich schwer tat mit dem politischen System DDR. Der Künstler Matthias Wegehaupt, 1938 in Berlin geboren, war nach Kunststudien in Greifswald und Berlin-Weißensee wegen nonkonformistischer Bilder in das Visier der Staatssicherheit geraten.
Das mehrere tausend Seiten umfassende Manuskript versteckte er unter den Dielen seines Ateliers, um sich und seine Familie zu schützen und erst 2005 erscheint dann Die Insel, ein autobiographisch gefärbter, fabelhafter Roman, dem der Heidenreichsche Imperativ gebührt: Lesen!
jedes jahr mussten wir in der schule ein referat über ein deutschsprachiges, literarisches werk verfassen für den deutsch-unterricht, jedes jahr hat es mich genervt. hab mir ein buch von meinen besten freund ausgeborgt, kurz darin geschmökert und letztendlich eine fertige zusammenfassung aus dem internet verwendet.
bis mir mein bester freund dieses buch in die hand gedrückt hat. hab damit angefangen und konnte es nicht mehr aus der hand legen. hat mich total gefesselt. spannend, emotional, keine spur von kitsch.
bin bis heute kein wirklicher literaturfreak, aber stefan zweig hats mir echt angetan.
Ich gestehe, das Cover hat mich verführt. Bei Schmuddelwetter in die Buchhandlung und dann diese Pastellfarben gesehen, da konnte ich nicht widerstehen. Da das Schmuddelwetter auch nach dem Kauf anhielt, habe ich das Buch recht zügig gelesen. Das geht gut, trotz des Umfangs. Denn es handelt sich bei diesem Roman um eine ultraleichte Lektüre mit wohlfeilem Grusel und Happy-End-Garantie. Für mich war das nicht ganz das Richtige, ein bisserl differenziertert hätte es schon sein dürfen. Aber wer gut gemachten Kitsch sucht, ist hier sicher goldrichtig. Eingeschränkte Empfehlung.
Ich habe dieses Buch gewählt, da ich durch die Rezensionen und der Beschreibung neugierig wurde. Ich erwartete genau das was ich bekam:
Das war schon mehr als erotisch. Eigentlich eher pornografisch. Nicht romantisch; einfach nur Sex, Sex und wieder Sex. Die Story an sich ist mau, aber wenn man einen ernsthaften Thriller lesen will ist man natürlich mit Grisham etc. besser bedient. ;) Manko war für mich ein wenig die Hauptfigur. Ich denke die Intention war: Anna sollte als gewiefte und abgeklärte Reporterin dargestellt werden..im Endeffekt empfand ich sie jedoch als etwas naiv bzw. schon fast dumm. Also eher nicht gelungen.
Also Alles in Allem gefiel es mir aber trotz ein paar Schwächen sehr gut. Und Einschlaflektüre ist das definitiv nicht. ;)
Dieses Buch macht einfach süchtig. Es ist wie eine Droge, wenn man es zur Seite legt will man es sofort weiter lesen. Sobald man es fertig gelesen hat, fängt man hier und da an es noch mal zu lesen. Dieser Schreibstil ist meiner Meinung nach etwas besonderes. Es ist als ob das Buch zum leben erwacht, man sieht die Bilder während man ließt und fühlt und leidet mit.
Nana Nau8wald, mir bisher eher bekannt als großartige Malerin (www.visionary-art.de) und Erforscherin von schamanischen Wirklichkeiten schreibt nun auch Romane. Kann das gut gehen? Ohne Zweifel, es kann! Dies ist ihr zweiter Roman und ihr gelingt ein Kunststück: Sie erzählt die berührende und spannende Geschichte von Carla, die in Peru Heilung und ihe Jugendliebe sucht und noch viel mehr findet. Und gleichzeitig berichtet sie uns von dem Denken und der Wirklichkeit der indigen Menschen und von ihren Schamanen und Ritualen. Nana Nauwald kennt diese Welt sehr gut, reist sie doch seit Jahen zu indigenen Völkern und beschäftigt sich auf vielen Ebenen mit Schamanismus. Sie hat ein großes Wissen und viele Erfahrungen. So wird dieser Roman beides, eine spannende Liebesgeschichte und ein Buch über Schamanismus.
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